Montag, 23. Juli 2018
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„Nicht genügend“: Woran Europas Schule wirklich krankt!

Österreichs Bildungssystem bereitet hervorragend auf das beamtete Leben an philosophischen Fakultäten vor – scheitert aber an der Vermittlung elementarster Lebensfertigkeiten. Wie man die Jugend konsequent auf Frust und Abstieg trimmt.

Brain Chesky war 27 Jahre alt, als er AirBnB gründete. Der Spross einer New Yorker Sozialarbeiter-Familie war am College mit dem „Entrepreneurship“-Gedanken infiziert worden [1]. Mit der Idee, dass es jeder aus eigener Kraft ganz nach oben schaffen könne, wenn er nur den richtigen Riecher hätte und mit Beharrlichkeit sein Ziel verfolge.

„Ohne den Staat bist du nichts!“

AirBnB – aber auch Amazon, Microsoft und Apple. Das sind Stories aus Amerika, weil Europa sie gezielt in seinen Schulen verhindert. Es gehört sogar zum informellen Lehrplan, unsere Jugend vor jeder Art von Wettbewerb, Ehrgeiz oder Wohlstand zu behüten.

„In der Privatwirtschaft würde man dich sofort rausschmeißen!“, zischt der Pädagoge, wenn ein Schüler schwätzt, oder auswendig Gelerntes nicht mehr abrufen kann. Dabei sucht die Wirtschaft händeringend nach Talenten; verzeiht fast alles, nur um an die jungen „Brain Cheskys“ ranzukommen.

Woher sollten die Staatspädagogen es auch wissen? Nach dem „rotgrünen“ Staats-Gymnasium wechselte man an die „rotgrüne“, staatliche Fakultät. Klar hält man den Staat da für den besten Arbeitgeber, und einen Job bei ihm als größtes Glück, was Menschen widerfahren kann.

„Dieses System lässt dir keine Zukunft!“

Nur zähneknirschend sprechen Pädagogen von der Marktwirtschaft. Lieber schon von deren Scheitern. „In diesem System habt Ihre keine Chance – Ihr werdet ausgebeutet und unterdrückt!“ So tönt es, wenn Christian Felber (von Religions- und Geographielehrern eingeladen) Schulklassen hysterisch vor der Verschwörung kapitalistischer Eliten warnt. Es erinnert an die Hasswochen in George Orwells Roman „1984“ oder an jene der Weimarer Republik.

Koordiniert wird der Kampf gegen Welthandel und Marktwirtschaft im Unterrichtsministerium. Hier, in der Brutanstalt der 68er-Pädagogik, sitzen Leute wie Ministerialrat Orth. In 27-Seiten-Pamphleten („Der Markt ist ein Gerücht“) impft man Österreichs Lehrer vor dem Dreigestirn des Bösen [2]: Markt, Wachstum und Wohlstand. Bundesweite Schulungen mit Attac-Vortragenden hämmern Lehrern die Sündenböcke der 1920er ein: Konzerne, Handel, Geld.

Wenn unsere Schule etwas hervorragend vermitteln kann, dann ist es jener ursozialistische Gedanken, demnach das „kleine, ohnmächtige Individuum“ nichts erreichen kann, der starke Mann (oder: der gerechte Staat) hingegen alles. 

„Schulbücher inkompetent“

„Wenn LKWs ohne Fracht herumfahren, dann ist das Marktversagen!“ Solchen Unsinn lernt man in der Schule, und solch Unsinn plappern selbst Bauunternehmer wie der Vorarlberger Martin Rhomberg nach. Merke: Märkte können nicht versagen, denn sie spiegeln nur die individuellen Interessen interagierender Personen wider. Sollen Märkte aber hoheitliche Aufgaben erfüllen (wie eben Umweltschutz), dann kann das gar nicht klappen. Denn ein bestimmter Käufer findet Umweltschutz zwar toll, nicht aber wenn er direkt dafür zahlen soll [3].

Wie vieles, entstammt auch das Schimpfwort „Marktversagen“ dem Polit-Vokabular ewiggestriger Etatisten. Sie träumen vom Wiederauferstehen ihre 1920er-Jahre-Gemeinwohl-Ideologie. Dann will man Börsen und Märkte wie zu DDR-Zeiten verbieten und Politiker sollen die Preise von PKWs und Joghurts festlegen. Von wegen USA, Apple oder Microsoft gründen – und dann richtig Kohle scheffeln.

Unzählige Untersuchungen belegen die atemberaubende Wirtschaftsferne hiesiger BWL- und Geographiebücher. Von falsch verstandenen Begriffen bis zur einseitigen Bevorzugung linker Theorien. Denn das Fehlen jedweder ökonomischer Kenntnisse lässt (Geographie-)Schulbuchautoren nur die simplen Theorien Keynes verstehen, „Der Staat kann alles, der schwache Mensch kann nichts“. Dazu koordiniert das „anti-kapitalistische“ Unterrichtsministerium die Ideologisierung der Schulbücher, die prinzipiell immer über fachlichen Aspekten steht.

„Marxismus-Opfer verschweigen“

Stellen Sie sich vor, man würde die 42 Millionen Toten des Nationalsozialismus verschweigen – (Gottlob!) undenkbar. Aber die 100 Millionen des Marxismus? Davon liest man nichts. Denn unsere Schulbücher vermeiden penibel jede Erinnerung an das Versagen des Marxismus – dabei ist „Das Kapital“ nicht weniger hasserfüllt als „Mein Kampf“.

Marxens Verelendungstheorie? Die Arbeiter-Realeinkommen sind heute 10mal so hoch wie zu Zeiten Marx. Die Ausbeutungstheorie – dass sich der Wert von Gütern aus der Anzahl verbrauchter Arbeitsstunden ergibt, und Kapitalisten sich 50% der Gewinne einsteckten? Zum Totlachen! Dann dürfte der Liter Benzin höchstens 10 Cent kosten. Und die Gewinnspanne im Einzelhandel läge nicht bei einem Prozent [4].

Das marxistische Gleichheitspostulat? Alle Menschen, Kulturen und Geschlechter seien exakt gleich talentiert, gleich ehrgeizig und würden nach denselben Dingen streben? Warum sind dann Serienmörder und Erfinder von Ballspielen immer männlich – und Kindergärtnerinnen weiblich? Warum gibt es nirgendwo auf der Welt so viele technische Innovationen wie in den alemannischen Gebieten der Schweiz und Baden-Württembergs – in Äthiopien hingegen gar nicht? [5]

„Selbstbewusstsein unterdrücken“

In der Schule ist so viel verkorkst: Neben Ökonomie und Biologie selbst die eigene Geschichte. Weiß die Jugend nur von den eigenen Konzentrationslagern, nichts aber von den marxistischen der Sowjetunion, Chinas, Nordkoreas oder Kambodschas erfährt, dann glaubt sie, einem einzigartig bösen Volk zu entstammen. Gepaart mit der Wirtschafts- und Wohlstandsfeindlichkeit beamteter Tausendschaften im Bildungsapparat ergibt dies jenen Mix aus Pessimismus, Selbsthass und Risikoscheu, welcher Wachstum und Freiheit verhindern.

Am Ende der Ära Trump wird das liberale Amerika wieder Hort Tausender innovativer Start-ups gewesen sein, während das sozialdemokratische Europa außer 22 neuen Steuern (und ideologischer Gleichheit) wieder nichts erschaffen hat.

Bilden politische Wut und ökonomische Lethargie jene Grundidee, die Europa einen sollen?


[1] Dabei gibt es selbst in Österreich mittlerweile eine Entrepreneurship-Ausbildung. Sie steht ideologisch aber teils extrem links, und attestiert selbst „kreativen“ Sozialbeamten Entrepreneurship-Attituden, wenn er Immigranten (eigentlich ungerechtfertigte) Sozialhilfen zukommen lässt.

[2] HUM-Magazin 018, Bundesministerium für Unterricht, Abt II/4 der humanberuflichen Schulen.

[3] Ebenda; S. 16.

[4] Tatsächlich erwirtschaften österreichische Einzelhandelskonzerne wie Billa und Spar bei 100 Euro Nettoumsatz nur 1,3 Euro Gewinn (vor Steuern).

[5] Äthiopien war auch niemals Kolonie.

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